Vereins-News Detail
20.10.2016 16:35 Age: 3 yrs

Oktober 2016: Ferientag mit Umweltbildung

Das Thema Umwelt ist einer der Schwerpunkte der Stiftung SEMBRES. Wichtig ist dabei, bereits die jüngste Generation über Umweltschutz aufzuklären, denn sie entscheidet die Zukunft unserer Erde. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Patenkindern Umweltthemen näher bringt.

 

von Olivia Hässig

 

Spiel, Spass und Bildung bot die Fundación Sembrar Esperanza in Pomasqui mit ihrem „Taller vacacional para los becados“. Einem Ferienkurstag, der für alle Kinder der Patenfamilien kostenfrei angeboten wird. Dieser attraktionsreiche Tag wird einmal im Jahr, stets in den Sommerferien durchgeführt. Mit dem Ziel, den Kindern aus benachteiligten Familien einen tollen Ferientag zu schenken, der sie nebst viel Freude auch mit lehrreichem Wissen zum Thema Umwelt bereichert. Denn durch die oft schwierige finanzielle Lage haben die meisten Kinder nicht das Glück, in ihren Ferien zu verreisen. So kommen sie doch in den Genuss eines speziellen Ferienerlebnisses.

 

So wurde am 5. August 2016, einem herrlichen Sommertag, eine grosse Kinderschar herzlich in der Stiftung SEMBRES empfangen. Edwin Javier Quin Chiguano, der Leiter des Umweltprojektes, und die Mitarbeiterin Silvana Ivonne Pallo Minango begrüssten die Ankömmlinge und stellten ihnen das Tagesprogramm vor, welches von 8.00 bis 12.30 Uhr dauern würde. Gespannt hörten die 7- bis 12-jährigen Kinder zu, was ihnen an diesem Tag alles geboten werden würde. Sie durften sich auf verschiedene Spiele, ein Kinderschminken und Modellieren mit Knetmasse freuen. Ebenfalls würde es ein Theater sowie einen Film zum Thema Umwelt zu sehen geben. Abgerundet werden sollte der lebhafte Tag mit einem leckeren Mittagessen. Dass sich dies nach einem Programm voller Vergnügen anhörte, sah man den leuchtenden Kinderaugen an.

 

Zur Unterstützung der Kinderbetreuung waren auch einige Lehrpersonen der stiftungseigenen Kindergärten vor Ort. Ebenfalls einige der Studentinnen und Studenten, welche zurzeit in den genannten Kindergärten ihr Praktikum absolvieren. Diese sorgten auch gleich für gute Stimmung, in dem sie mit den Kindern einige lustige Tänze durchführten.

 

Nach dem aktiven Start waren bestimmt alle wach und bereit, nun etwas über die Umwelt zu lernen. Wie könnte man solch ein Thema den Kindern besser vermitteln, als durch ein humorvolles Schauspiel? Die Fundación hat zu diesem Zweck einen Fahrzeuganhänger zu einem Theater umgebaut. Dieses bot den beiden Clowns das optimale Bühnenbild, um seinem jungen Publikum wichtige Informationen zur Umwelt und Abfallentsorgung zu vermitteln. Das Ganze wurde in witzige Worte und Gestik verpackt, was die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer garantierte. Spielerisch wurden die Kinder auch miteinbezogen, in dem ihnen ein Gegenstand gegeben wurde, welchen sie dann in den richtigen Abfalleimer werfen sollten. Damit wurde aufgezeigt, dass nicht alles im selben Eimer landen sollte, sondern vielmehr getrennt. Papier, Karton, Plastik und Organisches wird je separat entsorgt, um es weiter zu verarbeiten, sprich zu recyceln. Dabei wurde viel gelacht, denn es landete schon mal etwas im falschen Eimer und dies wussten die Clowns stets amüsant zu kommentieren. Dass das Theater auch für Erwachsene lehrreich war, zeigte nur schon, weil wohl kaum jemand gewusst hätte, dass Styropor zum Plastik und nicht etwa in den normalen Abfalleimer gehört, wie etwa Eierkarton, den alle beim Karton vermutet hätten. So macht Lernen Spass!

 

Nach dem lustigen Unterricht folgte nun ein weiterer lehrreicher Teil, wobei sich die Kinder ebenfalls aktiv beteiligen konnten. Kleine Gruppen wurden gebildet und auf den „Camino educativo“ geschickt, den Lehrpfad der Stiftung. Dazu gab es ein Blatt mit Fragen zur Umwelt, die mit Hilfe der Hinweistafeln auf dem Pfad beantwortet werden sollten. Darauf, dass dabei nicht geschummelt wird, achteten die aufmerksamen Lehrkräfte bestens.

 

Nach so viel neuem Wissen brauchte der Kopf einmal eine Denkpause. Da kam das Angebot, aus farbenfroher Knetmasse eine Schnecke zu formen, gerade richtig. Nun war handwerkliches Geschick gefragt; mit Freude wurde geknetet und modelliert. Jeder wollte die schönste Schnecke haben und so wurde eifrig gearbeitet. Die Ergebnisse begeisterten nicht nur die Kinder, auch die Lehrer staunten ab den Kunstwerken.

 

Kunstvoll ging es danach auch noch weiter, denn die Kinder durften ihre Gesichter bemalen lassen. Ein willkommenes Angebot, denn wer wollte sich nicht auch in Spiderman oder eine hübsche Fee verwandeln lassen. Die Lehrer pinselten so die schönsten Masken auf die strahlenden Kindergesichter. Es war ein wahres Schauspiel, all die geschminkten Kinder versammelt zu sehen, wie sie zusammen spielten, tanzten und lachten. Die Lehrpersonen wussten dabei die Kinderschar mit abwechslungsreichen Spielen zu unterhalten.

 

Nach all den Aktivitäten kam langsam Hunger auf. Wie gut, dass zum Abschluss ein schmackhaftes Essen aus Reis und Poulet serviert wurde. Doch bevor es so weit war, wurde der Film „Nosotros y la basura“ (Wir und der Abfall) gezeigt, welchen die Kinder mit Interesse verfolgten.

 

Mit vollem Bauch, guter Laune und viel neuem Wissen verabschiedeten sich schliesslich die Kinder und machten sich mit vielen tollen Eindrücken auf den Heimweg. Die zufriedenen Gesichter zeigten deutlich: Es war ein erfolgreicher Tag. Umso mehr, wenn sich die kleinen Besucher auch zuhause daran erinnern, dass etwa die Bananenschale, das Zeichnungspapier und die leere Colaflasche nicht in demselben Abfalleimer landen sollten. 

 

Bildlegende

Bild 1: Na wenn das kein schöner Schmetterling ist!

Bild 2: Den Kindern wird durch ein lustiges Theater Wissenswertes zum Thema Umwelt vermittelt.

Bild 3: Auf dem Lehrpfad gibt es viele Spannendes über die Natur zu entdecken.

Bild 4: Kreatives Handwerk – wer modelliert wohl die schönste Schnecke?