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20.10.2016 16:34 Age: 3 yrs

Oktober 2016: Wirtschaftlicher Aufschwung dank Gewächshäusern

Mittels Mikrokrediten ermöglicht die Fundación Sembrar Esperanza Müttern von Patenkindern den Bau von Gewächshäusern. Mit den dort 100% biologisch angebauten Nahrungsmitteln können sich diese Frauen ein beachtliches Nebeneinkommen erwirtschaften.

 

von Jasmin Suleiman

 

"Der Anbau der Nahrungsmittel hat mir und meiner Familie enorm geholfen", sagt ein Mitglied der Frauengruppe und lächelt dankbar. Einerseits seien es die Mehreinnahmen, die sie, ihr Mann und ihre sieben Kinder monatlich zur Verfügung hätten. Die fixe Arbeit sei andererseits ein grosses Plus. Ihr Mann arbeitet auf dem Bau und wie viele andere Ecuadorianer in dieser Branche verfügt auch er über keinen festen Arbeitsplatz. "Con mucho cariño y con mucho amor", sprich mit viel Liebe und Zuneigung, hegt und pflegt dieselbe Frau ihr Gewächshaus. Den anderen sechs Frauen geht es gleich. Es handelt sich hier um weitaus mehr als Gewächshäuser oder eine Einnahmequelle. Für die Frauen ist es eine Lebensveränderung im positivsten Sinne.

 

Ein 100% biologischer Obst-, Gemüse- und Früchte-Anbau

Das Konzept der Mikrokredite findet in zahlreichen Teilen der Welt grossen Anklang. Mit wenig kann viel erreicht werden. Mit diesem Gedanken startete die Stiftung vor rund drei Jahren das Projekt. Heute ist ersichtlich, dass das Konzept auch in Pomasqui seine Wirkung zeigt. Die beschriebenen Frauen verfügen alle über ihr eigenes Gewächshaus. Der Bau dieser Häuser erfolgte durch das Team des Umweltprojekts der Stiftung. Daneben besitzt jede der Frauen auch ihren eigenen Gemüsegarten. Insgesamt bauen sie diverse Lebensmittel an, die von Kopfsalat und Brokkoli über Mais und Tomaten bis zu Knoblauch reichen. Der Anbau erfolgt zu 100% biologisch. Um dies zu gewährleisten, besuchten die Frauen vorab einen Kurs zu diesem Thema.

 

Jeden Samstag wird die resultierende Ernte in Pomasqui zum Verkauf angeboten. Bis Anfang April 2016 wurde dieser am Obst- und Gemüsemarkt auf dem Marktplatz durchgeführt. Neu befindet sich der Verkaufsstandort im Aussenbereich des Kindergartens Miguelito. Auf diese Weise sollen die Verkaufschancen zusätzlich erhöht werden. Stets früh am Morgen holt ein Mitarbeiter der Stiftung mit dem Kleinlasttransporter die gesamte Ware ab, da der Markt jeweils von fünf bis zehn Uhr morgens stattfindet. Die Frauen wechseln sich gegenseitig als Verkäuferinnen ab. Es wird notiert, wer welche Produkte und in welcher Menge beisteuert. Am Ende eines jeden Monats erfolgt anschliessend die Abrechnung.

 

Eine Bereicherung für die Bewohner und ihre Umgebung 

Die Frauen arbeiten eng zusammen, vertrauen sich. "Die ganze Gruppe hilft mit", führt eine der Frauen aus. Sie alle sind Mütter von Patenkindern der Stiftung, bestrebt, ihre Familien bestmöglich zu unterstützen. Es gäbe noch mehr solcher Mütter in Uyachul, doch aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen oder anderer spezieller Umstände können sie nicht mitwirken. Auf alle Fälle noch nicht. Es ist aber durchaus möglich, dass in Zukunft weitere Frauen zum Projekt dazustossen.

 

Bildlegende

Bild 1: Ingenieur Herman Moser mit einer der sieben Frauen: Er ist begeistert von der Arbeit, die die Gruppe leistet.

Bild 2: Beste Werbung: "Meine Enkelin isst die Tomaten vorweg", sagt ein Mitglied der Frauengruppe.

Bild 3: Neben den Gewächshäusern pflegen die Frauen zusätzlich Gemüsegärten.